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Forschungsprojekt

“Musik und Orgelbau in Stade und Bremen/Verden” Feldforschung, Noten- und Bucheditionen, CD-Produktion, Ausstellung

In aller Welt haben die Orte des Elbe-Weser-Raumes, in denen sich alte Orgeln befinden, ihre Fangemeinde: erste Tonaufnahmen waren schon vor über 50 Jahren ideale Kulturbotschafter dieser Region, und im Lauf der Zeit sind einer breiten, weltweiten Öffentlichkeit immer mehr Perlen der Orgelkunst bekannt geworden, die den Elbe-Weser-Raum charakterisieren können. Kulminierte die Bewunderung zunächst an den Instrumenten Arp Schnitgers (1648–1719), hat ein sich weitendes historisches Interesse zugleich auch das Bewusstsein für die Bedeutung der Orgellandschaft vertieft.Orgelbuch aus dem mittl. 19. Jh.

Anders als in Hamburg, Lübeck und Lüneburg wird jedoch an kaum einem Ort erlebbar, welche Musik sich einst mit den Orgeln verband: Entsprechende Eindrücke lassen sich für Stade (nicht nur mit Vincent Lübeck an St. Cosmae) sammeln, auch in Jork (Altes Land) mit Musik von Christoph Wolfgang Druckenmüller. Eine spärliche Überlieferung aus anderen Orten ergänzt dieses bislang nur schwach konturierte Bild.

Neue Forschungen sollen dieses Dunkel nun aufhellen: Derzeit durchkämmt der Musikhistoriker Professor Dr. Konrad Küster (Universität Freiburg) im Auftrag der Orgelakademie Stade kirchliche, kommunale und regionale Archive; tritt an einem Ort unbekannte Musik zutage, ergeben sich an anderen völlig neue, ergiebige Informationen zu Dienstverhältnissen der Organisten, zu deren Kunstentfaltung im Gottesdienst sowie zu deren Stellung im allgemeinen kulturellen und gesellschaftlichen Leben – und auch manche bislang ungeklärte Frage der Instrumentengeschichte erhält eine Antwort.
Musikernamen gewinnen ein neues, auch musikalisches Profil: Johannes Kruse (Lüdingworth, später Otterndorf), Justus Theodor Rauschelbach (Otterndorf, später Bremen), Johann Heinrich Olbers und Carl Sauerbrey (beide Stade) repräsentieren unterschiedliche Etappen der Entwicklungen, die die Musik vom 17. zum 19. Jahrhundert zwischen Elbe und Weser genommen hat. Sie prägten ein Musikleben (an, mit und neben den Orgeln), das quer durch alle Schichten der Bevölkerung als essentieller Bestandteil des Kulturlebens gehörte.
Orgelmusik aus Hamburg, Mitte 16. Jh.

Der musikalische Reichtum, von dem die Archivquellen zeugen, wird mit der überlieferten Musik aber kaum ansatzweise gespiegelt. Einst müssen viel mehr Noten vorhanden gewesen sein. Nicht zuletzt müsste diese Musik in „Orgeltabulaturen“ aufgezeichnet worden sein, einer Buchstaben-Notation, die von Nicht-Fachleuten kaum als Musikaufzeichnung zu deuten ist. Waagrecht nach Stimmen angeordnet, finden sich Folgen von Tonbuchstaben, außerdem als darüber gesetzte Striche oder „Gatter“ Angaben zu den jeweils „gemeinten“ Notenwerten. Buchstabenfolgen, senkrechte Striche/„Gatter“ sowie waagerechte Trennstriche sind klare „Erkennungszeichen“.
Vierhändige Klaviermusik: Notenhandschrift eines Hadler Hofbesitzers
Da jenes Musikleben so breite Akzeptanz bei der Bevölkerung fand, mag vieles auch in Privatbesitz überliefert worden sein.
Daher ergeht an alle Leser dieser Seite ein Aufruf zur Mitarbeit: Wer über Noten der Zeit bis ca. 1850, aus dem Elbe-Weser-Raum stammend, verfügt oder etwas über deren Verbleib berichten kann, wird gebeten, sich entweder mit der Orgelakademie oder mit Herrn Küster in Verbindung zu setzen. Helfen Sie mit, der Orgelkultur, weltweit Markenzeichen des Elbe-Weser-Raums, einen „neuen Klang“ zu geben!

 

Kontakt: info@orgelakademie.de oder Konrad.Kuester@muwi.uni-freiburg.de

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